Ärzte und Tabak: Die Große medizinische Herausforderung
Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aktionsempfehlungen
| Kapitel 1 : Einleitung |
Kapitel 7 : Die Bekämpfung des
Rauchens - Maßnahmen für Ärzte auf lokaler Ebene
|
| Kapitel 2 : Die mit Tabak verbundenen
Risiken |
Kapitel 8 : Weiterbildung und
Schulung |
| Kapitel 3 : Frauen und Jugendliche |
Kapitel 9 : Bessere Aufklärung
der Ärzteschaft - Maßnahmen für medizinische Berufsverbände
|
| Kapitel 4 : Tabak und Ungleichheit |
Kapitel 10 : Die Bekämpfung
des Rauchens - Maßnahmen für medizinische Berufsverbände
|
| Kapitel 5 : Das Potential der
Ärzteschaft |
Kapitel 11 : Richtlinien für
die Bekämpfung des Rauchens |
| Kapitel 6 : Raucherentwöhnun |
Kapitel 12 : Die Ärzteschaft
und strafrechtliches Vorgehen im Zusammenhang
mit Tabak |
Kapitel 1 : Einleitung
Tabak ist die größte einzelne Ursache vermeidbarer Krankheiten
und Todesfälle. Nationalen medizinischen Berufsverbänden und ihren
Mitgliedern kommt bei der Bekämpfung des Rauchens eine maßgebliche
Rolle zu. Bei Ärzte und Tabak: Die große medizinische Herausforderung
handelt es sich um einen Aktionsleitfaden, der sowohl für Ärztekammern
als auch für individuelle Ärzte und Ärztinnen gedacht ist+. Obgleich
der Leitfaden vom TCRC* insbesondere für Ärzte in Europa in Auftrag
gegeben wurde, ist er dennoch auch für die Ärzteschaft in anderen
Ländern sowie für sonstige Berufstätige im Gesundheitswesen und
Befürworter der Sache relevant.
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Kapitel 2 : Die mit Tabak verbundenen Risiken
Tabak ist weltweit jährlich für 4 Millionen Todesfälle verantwortlich.
Bis zum Jahr 2020 wird die Jahresgesamtzahl bereits auf 10 Millionen
gestiegen sein. 1995 verursachte Tabak allein in Europa 1,2 Millionen
Todesfälle - bis 2020 wird diese Zahl die 2-Millionen-Marke erreicht
haben. Das Rauchen ist eine der Hauptursachen für Krebserkrankungen,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten und beeinträchtigt
die Fortpflanzung nachteilig. Passivrauchen verursacht Lungenkrebs,
chronische Erkrankungen der Atemwege, Herzerkrankungen und Schlaganfälle
bei Erwachsenen sowie Asthma, Erkrankungen des unteren Atmungstrakts,
verringertes Wachstum und reduzierte Funktion der Lunge sowie Mittelohrentzündungen
bei Kindern. Nicht gerauchter Tabak hat Krebserkrankungen an Kopf
und Hals zur Folge. In einem jeden Alter verbessert das Aufgeben
des Tabakgebrauchs die Gesundheit und erhöht die Lebenserwartung.
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Kapitel 3 : Frauen und Jugendliche
In zahlreichen europäischen Ländern weist das Rauchen bei Frauen
und Jugendlichen eine steigende Tendenz auf. Diese beiden Gruppen
bilden wichtige neue Absatzmärkte für die Tabakindustrie und werden
über die Werbung als Zielgruppe angesprochen. Die meisten Raucher
und Raucherinnen haben bereits im Kindesalter mit dem Rauchen angefangen.
Die nationalen medizinischen Berufsverbände sollten mit Organisationen
und Medien zusammenarbeiten, die für Jugendliche und Frauen relevant
sind, und bei der Planung von Aktivitäten zur Bekämpfung des Rauchens
diese beiden Bevölkerungsgruppen in Betracht ziehen. Außerdem sollte
gewährleistet werden, dass Frauen bei allen Tabakberatungsgruppen
vertreten sind.
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Kapitel 4 : Tabak und Ungleichheit
Die Verhaltensmuster beim Tabakgebrauch sind zwischen den einzelnen
Bevölkerungsgruppen häufig unterschiedlich. Zu den besonders anfälligen
Gruppen zählen unter anderem sozioökonomisch niedrigere Schichten
sowie bestimmte ethnische Minderheiten, einschließlich Immigrantengruppen.
Die nationalen medizinischen Berufsverbände sollten diese Gruppen
bei der Erarbeitung von Aktivitäten zur Bekämpfung des Rauchens
und von Kommunikationsstrategien einbeziehen.
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Kapitel 5 : Das Potential der Ärzteschaft
Die Ärzteschaft verfügt über ein enormes Potential bei der Verringerung
von Krankheiten und Todesfällen, die durch Tabakgebrauch verursacht
werden. Ärzte haben in Gesundheitsfragen starke Glaubwürdigkeit,
die Verantwortung und Gelegenheit, Patienten zu beraten sowie Zugang
zu Entscheidungsträgern. Ärzte erkennen die Notwendigkeit, beim
Angehen des Tabakproblems mit anderen Fachleuten und Verbänden im
Gesundheitswesen partnerschaftlich zusammenzuarbeiten.
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Kapitel 6 : Raucherentwöhnung
Viele Raucher wollen zwar mit dem Rauchen aufhören, haben aber
Schwierigkeiten, ihren Vorsatz in die Tat umzusetzen. Der kurze
Rat eines Arztes erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass einem Raucher
das Aufhören gelingt. Ärzte und Ärztinnen sollten ihre Patienten
und Patientinnen fragen, ob sie rauchen, sie auf die damit verbundenen
Gefahren hinweisen, Hilfe und Unterstützung anbieten und Nachuntersuchungen
vereinbaren. In diesem Kapitel wird ein Protokoll für ein kurzes
Eingreifen umrissen. Die Therapie mit einem Nikotinpflaster erhöht
die Chance einer erfolgreichen Raucherentwöhnung etwa um das Doppelte
und sollte, wenn geeignet, angeboten werden. Auch anderen Fachleuten
im Gesundheitswesen kommt eine maßgebliche Rolle zu. Die nationalen
medizinischen Berufsverbände sollten Ärzte und Ärztinnen über die
Bedeutung der Raucherentwöhnung aufklären und ihre Verantwortung,
den Patienten in dieser Hinsicht zu helfen, betonen. Dabei sollten
Vertreter von Gruppen anderer Berufstätiger im Gesundheitswesen
eingeschlossen werden.
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Kapitel 7 : Die Bekämpfung des Rauchens - Maßnahmen für Ärzte
auf lokaler Ebene
Ortsgruppen der nationalen medizinischen Berufsverbände sowie einzelne
Ärzte und Ärztinnen können im Kampf gegen den Tabakgebrauch einen
Beitrag leisten, indem sie mit lokalen Gemeinschaften, Medien, Politikern
und Entscheidungsträgern zusammenarbeiten. Ärzte mit beratender
Funktion - beispielsweise im Berufsleben und im öffentlichen Hygiene-
und Gesundheitswesen, in der Kommunalverwaltung, bei den Gewerkschaften
und in den Medien - haben zusätzliche Handlungsmöglichkeiten. Das
Gleiche gilt für diejenigen, die in der Forschung und bei Organisationen
tätig sind, die Forschung finanziell unterstützen. Die nationalen
medizinischen Berufsverbände können bei der Bekämpfung des Rauchens
Unterstützung für lokales und individuelles Handeln bereitstellen.
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Kapitel 8 : Weiterbildung und Schulung
Auch ohne Schulung lässt sich vieles erreichen. Allerdings können
Schulungen für bessere Aufklärung und mehr Engagement sorgen. Die
Schulung über Raucherentwöhnung mag zwar das Selbstvertrauen der
Ärzteschaft steigern, doch hat sie bisher nicht zu einer bedeutenden
Verbesserung der erbrachten Ergebnisse geführt. Die medizinischen
Hochschulen müssen bei der Ausbildung der Studenten zum Thema Tabak
einen integrierten Ansatz verfolgen - eine Aktionscheckliste liegt
bei. Auch durch kontinuierliche medizinische Weiterbildung und die
berufliche Weiterentwicklung stellen sich Chancen, mehr über die
Bekämpfung des Rauchens zu erfahren. Vertreter der nationalen medizinischen
Berufsverbände sollten im Umgang mit den Medien geschult werden
und lernen, den Argumenten und Taktiken der Tabakunternehmen schlagkräftig
entgegenzutreten.
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Kapitel 9 : Bessere Aufklärung der Ärzteschaft - Maßnahmen für
medizinische Berufsverbände
Die nationalen medizinischen Berufsverbände haben die Pflicht,
ihre Mitglieder über den Problemkreis Tabak besser aufzuklären.
Ein Aktionsleitfaden liegt bei. Die nationalen medizinischen Berufsverbände
sollten der Tatsache, dass die Bekämpfung des Rauchens ein wichtiger
Bestandteil ihrer Arbeit ist, Rechnung tragen und einen höchst engagierten
Tabakausschuss ins Leben rufen. Die eigenen Rauchgewohnheiten der
Ärzte beeinflussen ihre Einstellung dem Tabakgebrauch gegenüber
sowie die Ratschläge, die sie ihren Patienten erteilen. Die nationalen
medizinischen Berufsverbände sollten regelmäßige Erhebungen über
den Tabakgebrauch bei ihren Mitgliedern durchführen und die Ergebnisse
bekannt geben. Die nationalen medizinischen Berufsverbände können
ihre Mitglieder durch Kurse, Versammlungen, eigene Veröffentlichungen
und über die Fachpresse zum Thema Tabak und seine Folgen aufklären.
Ärzten, die rauchen, sollte Unterstützung beim Aufhören angeboten
werden. Die Mitglieder der Verbände sollten dazu ermuntert werden,
ihre Patienten über Rauchentwöhnung zu beraten. Die nationalen medizinischen
Berufsverbände sollten das Rauchen in ihren Gebäuden und bei ihren
Sitzungen verbieten und ihre Portefeuilles an Kapitalanlagen überprüfen.
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Kapitel 10 : Die Bekämpfung des Rauchens - Maßnahmen für medizinische
Berufsverbände
Die nationalen medizinischen Berufsverbände spielen bei der Bekämpfung
des Rauchens eine wichtige Rolle. Der Tabakausschuss der nationalen
medizinischen Berufsverbände sollte ein nationales Aktionsprogramm
ausarbeiten. Die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen und Berufsverbänden
im Gesundheitswesen ist von grundlegender Bedeutung. Die nationalen
medizinischen Berufsverbände sollten Verbindungen mit den Medien
und Politikern anknüpfen. Die nationalen medizinischen Berufsverbände
sollten Kampagnen für rauchfreie Einrichtungen im Gesundheitswesen
und effektive Aufklärung über Tabakgebrauch und seine Folgen an
den medizinischen Hochschulen starten. Unter Umständen könnten die
nationalen medizinischen Berufsverbände einen Grundlinienbericht
über das nationale Tabakproblem fordern beziehungsweise erstellen
und die Lage regelmäßig überprüfen. Die Beurteilung von Maßnahmen
zur Bekämpfung des Rauchens im Hinblick auf ihren Erfolg ist äußerst
wichtig.
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Kapitel 11 : Richtlinien für die Bekämpfung des Rauchens
Die nationalen medizinischen Berufsverbände sollten für umfassende
rechtliche Bestimmungen zur Bekämpfung des Rauchens eintreten, die
überprüft und durchgesetzt werden. Wichtige Elemente dieser Bestimmungen
wären: Werbeverbot für Tabakprodukte; Preissteigerung durch erhöhte
Tabaksteuer; Aufklärung der Öffentlichkeit; Warnung vor Gesundheitsschäden;
rauchfreie öffentliche Orte; Verbot des Verkaufs an Kinder; Produktregulierung
und Hilfe bei der Raucherentwöhnung.
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Kapitel 12 : Die Ärzteschaft und strafrechtliches Vorgehen im
Zusammenhang mit Tabak
Der Tabak ist ein gefährliches Produkt, das weitgehend unreguliert
ist. Krankenpflegestellen und Raucher haben rechtliche Schritte
gegen Tabakunternehmen eingeleitet und bei von Tabak verursachten
Fällen auf Erstattung der Kosten und Schadensersatz geklagt. Bei
strafrechtlichen Verfahren sagen Ärzte als Sachverständige und als
persönliche ärztliche Betreuer aus. Die nationalen medizinischen
Berufsverbände können die Ergreifung rechtlicher Schritte fördern
und ihre Bedeutung erläutern. Es wurde auch von Arbeitnehmern, die
am Arbeitsplatz Rauch ausgesetzt waren, Klage gegen den Arbeitgeber
erhoben. Künftig werden Patienten, die der Ansicht sind, bei der
Rauchentwöhnung ungenügend beraten oder unterstützt worden zu sein,
unter Umständen rechtliche Schritte gegen ihren Arzt beziehungsweise
ihre Ärztin einleiten.
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